Vor einigen Wochen
wurde ich
sehr gefährlich verletzt, mein dünnes Vorderbeinchen war
gebrochen und durchlöchert - da wollte mich Niemand! Also
wurde ich ausgesetzt! Nachts
hatte ich fürchterliche Angst, ich hörte Wildschweine und
die Hunde kreisten schon um mich herum! Plötzlich
kam in der Nacht ein Unwetter: Sturm, Gewitter und wolkenbruchartige
Regenschauer prasselten auf mich herab, es war so
unheimlich und ich drückte mich mit meinen letzten Kräften
an einen
Baum, um nicht mit den Wassermassen fortgerissen zu werden! Doch
ich hatte Glück im Unglück. Wegen
des Unwetters war am nächsten Morgen eine Piste nicht befahrbar und
so kam ein Auto bei mir vorbeigefahren! Oh
mein Gott, was habe ich da gewiehert! So
laut und ohne Ende und ich wurde erhört! Zwei
Männer kamen zurück und als sie meine Wunde sahen, nahmen
sie mich
mit. Ich bekam etwas Stroh und vor allem sauberes Wasser!
Aber mein Bein tat so weh! Einer telefonierte und es kam ein PKW,
ich wurde ich eingeladen und in eine Stadt gefahren! O je so viele
Autos habe ich noch nie gesehen! Aber ich hatte keine Angst mehr!
Wir fuhren zu einer Klinik und ich bekam einen Termin für den
folgenden Morgen und schon ging die Fahrt weiter zu meinem neuen
Zuhause, mit vielen Tieren: Pferde,
Maultiere, Esel, Hunde, Ziegen, Schafe, Katzen, Affen, Pfauen, Papageien,
Dromedar, Wildschwein und, und, und…. Endlich
wurde meine Wunde von Parasiten, Würmern Eiter und Dreck gereinigt,
behandelt und verbunden! Ich war sehr lieb und habe alles mitmir
machen lassen! Dann gab’s Fressen, sogar Karotten und Äpfel
waren in meiner Box, lecker!! Hatte ich noch nie zuvor gefressen!
Ich konnte schlafen -und ich schlief so ruhig auf meinem Stroh – wie
lange nicht mehr.
Am
anderen Morgen ging’s wieder ab ins Auto und wir fuhren wieder
zur Klinik, der Tierarzt sah mein Bein und meinte, daß sieht
nicht gut aus, oh je!
Dann kam die Stunde der Wahrheit: Die
Röntgenbilder waren da – mein Bein war gebrochen! Das
bedeutet normalerweise: die Spritze!!! Mein
Gott, was hat mein kleines Herz vor Angst geschlagen, ich war doch
noch so klein! Plötzlich hörte ich mit meinen langen Eselsohren:
Ok, wenn Du willst, werde ich für Dich ein Experiment
starten: eine OP! Ja,
Freunde ihr habt richtig gelesen, ich - der kleine Whisky - hatte
das Glück, operiert zu werden! Ihr müßt wissen, in
Marokko operiert man
keine Esel!!!
Nur
ich! Also nahm ich allen Mut zusammen und war so lieb! Die
OP dauerte 1 Stunde und ich wurde wieder abgeholt und bald durfte
ich auch wieder fressen! Die
täglichen Autofahrten, Spritzen, Wundbehandlungen und Verband
wechseln, ließ ich mir gefallen, weil es immer danach ein Leckerli
gab! So ertrug ich dieses kleinere Übel, täglich! Und
jetzt kann ich Euch nach 6 Wochen und einem Kontroll-Röntgenbild
die frohe Mitteilung machen: mein
Knochenbruch ist hervorragend zusammengewachsen, die
Wunde ist fast verheilt, keine
Infektion und noch weitere 4 Wochen, dann
wird die Schiene mit den Schrauben entfernt und ich bin gesund! Meinen
neuen Freunden in der Klinik und besonders mein Lieblingsveto, Dr.
Lamrini, moechte ich von ganzen Herzen danken. Wie ich mit meinen
langen Eselsohren gehört
habe, soll es Menschen geben, die ein Herz für
Und
eben bei diesen möchte ich, 1001
Danke wiehern und ich sende Euch viele, viele Eselsküsse
Euer Whisky
Seid einigen Wochen habe ich einen neuen Freund: Puschkin
Er wurde in der gleichen Gegend wie in ausgesetzt!